Ute Samson

Geboren hinterm Deich, aufgewachsen in Bremerhaven, in Korb im Remstal und in München. Sprachenstudium, Ausbildung am Flughafen München-Riem bei Lufthansa, später Flugbegleiterin. Seit 10 Jahren Heilpraktikerin mit eigener Praxis in Idstein im Taunus.
 
Bei meinem ersten Aufenthalt in Indien - es war im heissen Monat Mai - fuhr ich sofort mit dem Zug von Delhi nach Agra zum Taj Mahal und in die verlassene Mogulstadt Fatehpur Sikri. Die Luft hatte gefühlte 50 Grad und jeder Stein in Fatehpur Sikri eignete sich in meinen Augen  mindestens dazu, darauf ein Steak zu braten. Angekommen am Taj Mahal, kaufte ich mir bei einem Straßenhändler ein großes Stück Eis, das ich mir auf den Kopf legte: "Das ist die Hölle" war das Einzige, was ich denken und sagen konnte. Ich betrachtete das wunderschöne Mausoleum nur vom schattigen Eingangstor aus.

Unermessliche Kultur, prachtvolle Tempel und Paläste - Slums am Rande der Städte und schwer zu ertragende Armut; duftende Blüten und Gewürze - Dreck, Müll und stinkende Abwässer in den Straßen; freundliche, offene Menschen - Korruption, Unwissen, Aberglaube - dieses Land stieß mich ab und zog mich an wie kein anderes. Vieles verstand ich nicht. Bei meinem letzten berufsbedingten Aufenthalt versprach ich mir und Indien, eines Tages wieder zu kommen.

Seit 2011 habe ich Indien-Studienreisen für den Idsteiner Kulturring organisiert. Diese Reisen haben einen gewissen Kultstatus erlangt. Jetzt ist Amamundum zum Veranstalter der Reisen geworden und wir können unser Augenmerk neben der Kultur auch auf soziale, gesellschaftspolitische und ökologische Projekte richten.

Heute wähle ich für unsere Studienreisen keine "Höllenmonate" aus und stelle die Reiseverläufe so zusammen, dass die Vielfalt des Landes deutlich wird. In Indien relativieren sich unsere alltäglichen Probleme sehr schnell. Der Blickwinkel verändert sich. Wenn wir mit unseren Studienreisen auch ein wenig zum gegenseitigen Verständnis beitragen, ökologische Erkenntnisse weitergeben und einigen jungen Menschen den Weg in eine bessere Zukunft ebnen können, dann ist das zwar nur der berühmte Tropfen auf dem heissen Stein, aber andererseits - "steter Tropfen höhlt den Stein".

www.inbalance-idstein.de